Haftpflichtversicherung für Hebammen: Teure Beiträge bedrohen Existenz

Eine Haftpflichtversicherung ist für Hebammen nicht nur essentiell. Die Absicherung vor Schadensersatzansprüchen Dritter ist für die Geburtshelfer auch gesetzlich vorgeschrieben. Doch da die Beiträge für die sogenannte Berufshaftpflichtversicherung immer weiter steigen, könnte besonders freiberuflichen Hebammen bald das Aus drohen.

Haftpflichtversicherung für Hebammen ist Pflicht

Es gibt bestimmte Berufsgruppen, die nur mit einer besonderen Haftpflichtversicherung ihren Job ausüben dürfen. Dazu zählen beispielsweise Ärzte und Anwälte. Sie haften für Fehler, die ihnen während ihrer beruflichen Tätigkeit unterlaufen. Schon eine kleine Unachtsamkeit reicht aus und Dritten kann ein Schaden entstehen. Vor solchen Schadenersatzforderungen im Zuge von Vermögens-, Sach- oder Personenschäden schützt eine Berufshaftpflichtversicherung, eine spezielle Form der Haftpflichtversicherung. Auch Hebammen müssen diese abschließen. Denn wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt und Mutter oder Kind im Zuge der beruflichen Ausübung geschädigt werden, können enorme Behandlungskosten entstehen.

Kosten der Haftpflichtversicherung für Hebammen stark steigend

Oftmals sind es nicht die Forderungen der Geschädigten nach finanzieller Entschädigung, sondern die Regressansprüche der Pflege- und Krankenkassen, die eine Haftpflichtversicherung für Hebammen notwendig machen. Bei teuren Behandlungsfällen der Geschädigten wenden sie sich an den Verursacher – die Geburtshelfer –, um sich das Geld von ihnen zurückzuholen. Da sich die medizinische Versorgung immer weiter verbessert, steigen auch die Kosten. Dies hat fatale Folge für Hebammen. Denn die Haftpflichtversicherung passt immer wieder ihre Beiträge an. Während die Haftpflichtversicherung für Hebammen 1982 noch rund 30 Euro im Jahr gekostet hat, müssen sie seit dem 1. Juli 2014 nun über 5.000 Euro für ihren Versicherungsschutz aufbringen.

Freiberuflichen Hebammen droht berufliches Aus

Durch die hohen Beiträge für die spezielle Haftpflichtversicherung droht vielen Hebammen das freiberufliche Aus. Denn während angestellte Geburtshelfer meist über ihren Arbeitgeber versichert sind, müssen sie ihre Prämien aus der eigenen Tasche zahlen. Durch eine gesetzliche Neuerung im Juni 2014 werden Hebammen mit nur wenigen Geburten nun zwar finanziell entlastet. Doch das Hauptproblem zu hoher Versicherungsbeträge ist noch nicht gelöst. Da zudem nur noch sehr wenige Anbieter Hebammen überhaupt haftpflichtversichern, könnte bald der gesamte Berufsstand der Vergangenheit angehören.

Lösung gesucht: Prämien der Haftpflichtversicherung für Hebammen senken

Um die Beiträge der Haftpflichtversicherung für Hebammen zu begrenzen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die derzeit diskutiert werden. Einerseits könnte eine Haftungsobergrenze eingeführt werden, sodass die Geburtshelfer nicht mehr in unbegrenzter Höhe haften müssen. Andererseits könnten die Kranken- und Pflegekassen gesetzlich dazu verpflichtet werden, auf ihre Regressansprüche zu verzichten. Für Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherung stellt die letztgenannte Möglichkeit jedoch keine Alternative dar, um das Problem zu lösen. Zusammen mit den Betroffenen sucht die Politik daher weiter nach einer dauerhaften Lösung.