Haftpflichtversicherung: Wie viel ist steuerlich absetzbar?

Die Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Alltagsversicherungen, weil sie vor den finanziellen Folgen selbstverursachter Schäden an Dritten schützt. Wie wichtig eine Haftpflichtversicherung ist, bestätigt auch das Finanzamt. Denn es erlaubt Steuerzahlern einen Teil des Jahresbeitrags steuerlich abzusetzen.

Die Haftpflichtversicherung greift immer dann ein, wenn der Vertragskunde unbeabsichtigt einer Person oder Sache einen Schaden zufügt. Denn, wenn der Wind einen Blumentopf vom Balkon des Versicherten weht und dieser auf das Auto des Nachbarn fällt, ist der Schaden oft sehr groß und die Kosten hoch. Werden Personen verletzt, kommt es häufig zu lebenslangen Rentenverpflichtungen. Gerade solche Versicherungsfälle verursachen immense Kosten und können täglich passieren. Die Haftpflichtversicherung zählt deshalb zu den wichtigsten Versicherungen. Sie schützt vor den finanziellen Folgen von Alltagsgefahren, die jeder Zeit unbeabsichtigt geschehen können. Genau das spiegelt sich auch darin wider, dass die private Haftpflichtversicherung von der Steuer abgesetzt werden kann. Die private Haftpflichtversicherung muss dabei anders bei der Steuererklärung angegeben werden als die berufliche, denn letztere gilt als Werbungskosten und kann extra abgesetzt werden.

Haftpflichtversicherung in der Steuererklärung: Keine Vorteile für gut Versicherte

Wie in so vielen Fällen steckt auch bei der steuerlichen Absetzbarkeit der Teufel im Detail. Die private Haftpflichtversicherung zählt zu den sogenannten Vorsorgeaufwendungen. Dazu zählen neben der Haftpflichtversicherung beispielsweise auch die Kfz-Haftpflicht sowie die Kranken- und Pflegeversicherung. Insgesamt können alle Vorsorgeaufwendungen von einer steuerpflichtigen Person nur in Höhe von 1.900 Euro für Angestellte und 2.800 Euro für Selbstständige in der Steuererklärung abgesetzt werden. Einen Vorteil gibt es für verheiratete Paare, da sie den doppelten Höchstbetrag von der Steuer absetzen können.

Für viele Menschen ist der Höchstbetrag der Vorsorgeaufwendungen schon durch andere Versicherungen ausgeschöpft, sodass die steuerlichen Vorteile der privaten Haftpflichtversicherung nur auf dem Papier existieren. Vor allem für Menschen, die viele Versicherungen haben, die zu den Vorsorgeaufwendungen gehören, kann der Höchstbetrag deshalb ärgerlich sein.

Bei der Steuer profitieren mit einer Haftpflichtversicherung

Steuerzahler kritisieren häufig, dass der Höchstbetrag, der von der Steuer abgesetzt werden kann, so schnell ausgeschöpft ist, dass sich die Mühe nicht lohnt, bei der Steuererklärung alle Vorsorgeaufwendungen anzugeben. Häufig ist die Mühe tatsächlich umsonst, doch es gibt auch zahlreiche Ausnahmen, die echte Vorteile vor der Steuer bieten: Viele Steuerzahler wie kinderlose Selbständige, geringverdienende Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre können trotzdem profitieren, weil sie aufgrund von anderen Beiträgen die Höchstgrenze oft nicht erreichen.

Tipp für die Steuererklärung: Haftpflichtversicherung für den Beruf richtig absetzen

Selbstständige und Freiberufler sind gut beraten, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Neben wichtigem Schutz vor finanziellen Folgen von selbstverschuldeten Fehlern und Missgeschicken im Arbeitsleben, können die Leistungen, anders als bei der privaten Haftpflichtversicherung, als Werbekosten abgerechnet werden. Die berufliche Haftpflichtversicherung fällt demnach nicht unter dem Höchstbetrag von bis zu 2.800 Euro, den Selbstständige und Freiberufler bei der Steuererklärung absetzen können, wenn sie entsprechende Versicherungen haben.

Welche Haftpflichtversicherungen können abgesetzt werden?

Bei der Steuererklärung kann nicht nur die private Haftpflichtversicherung geltend gemacht werden, sondern auch weitere Haftpflichtpolicen. Der Höchstbetrag ist allerdings auch hier maßgeblich für die Absetzbarkeit. Ist der Höchstbetrag ausgeschöpft, kann nichts mehr vor der Steuer geltend gemacht werden. Wer allerdings nicht an diese Grenze stößt, der kann sich bei der Kfz-, Tierhalter-, Grundstück- und Grundbesitzerhaftpflicht über Steuervorteile freuen.

Steuervorteile durch Haftpflichtversicherung: Altersvorsorge nicht betroffen

Obwohl sowohl die Riester- als auch die Rürup Rente bei der Steuer zu den Vorsorgeaufwendungen zählen, sind sie nicht von dem Höchstbetrag von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro betroffen. Sie stehen demnach den steuerlichen Vorteilen der Haftpflichtversicherten nicht im Wege. Anders verhält es sich mit einer private Unfallversicherung, einer zusätzlichen Pflegeversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie können genauso wie auch die private Haftpflichtversicherung vor der Steuer geltend gemacht werden und tragen dazu bei, dass der Höchstbetrag schneller erschöpft wird.