Höhe der Deckungssumme bei Privathaftpflicht

Private Haftpflichtversicherung: Wie wichtig ist die Höhe der Deckungssumme?

Eine private Haftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Alltagsversicherungen, da sie Privatpersonen und Familien für Sach- und Personenschäden an Dritten absichert. Sie ist zwar keine Pflichtversicherung, wie etwa die Kfz-Haftpflichtversicherung, aber mindestens genauso wichtig. Schon scheinbar kleine Unachtsamkeiten können zu Schäden in Millionenhöhe führen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig auf die Deckungssumme seiner privaten Haftpflichtversicherung zu achten. Denn die Kosten für Schäden werden nur bis zur vereinbarten Deckungssumme übernommen. In der Regel gilt eine Deckungssumme von 250.000–500.000 € für Sachschäden und eine Deckungssumme von 3-10 Millionen Euro für Personenschäden als sinnvoll.

Die Deckungssumme für Personenschäden wird höher bemessen, weil in Fällen von Personenschäden häufig Folgekosten wie Schmerzensgeldrente oder Pflegekosten entstehen.

Mögliche Langzeitkosten bei Personenschäden

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz vom 2.4.2014 zeigt, wie wichtig eine hohe Deckungssumme bei Personenschäden ist. Im Zuge einer nachbarschaftlichen Gefälligkeit hat ein gelernter Elektriker unentgeltlich eine Außenlampe an einem Mehrfamilienhaus installiert. Eine Leitung wurde durch einen Nagel in der Außenwand beschädigt und führte zu einem Stromschlag beim Kläger, der einen Hirnschaden durch Sauerstoffmangel erlitt. Der 46-jährige Kläger ist zu 100% behindert und umfassend pflegebedürftig. Der Nachbarschaftshelfer wird auf 600.000 € Schmerzensgeld, auf eine lebenslange Schmerzensgeldrente und Schadensersatz verklagt. Aufgrund der Fahrlässigkeit der Handlung haftet der Nachbarschaftshelfer trotz seiner unentgeltlichen Gefälligkeit.

In solchen Fällen tritt die private Haftpflichtversicherung bis zur vereinbarten Deckungssumme ein. Unterm Strich bedeutet das: Ist die Deckungssumme zu niedrig gewählt, zahlt der Versicherte mit seinem Privatvermögen alle Kosten, die über die vereinbarte Summe hinausgehen.

Sachschäden: Kleine Unachtsamkeit mit großen Folgen

Private Haftpflichtversicherungen decken aber nicht nur gravierende Schäden wie diesen ab, sondern auch allgemeine, kleinere Schäden, die durch den Versicherten selbst oder die mitversicherte Familie verursacht wurden. Wichtig ist, dass generell nur Schäden versichert sind, die nicht vorsätzlich entstanden sind. Dazu gehören beispielsweise ein verschüttetes Rotweinglas auf dem Teppich des Nachbarn oder eine Tasse Tee über den Laptop eines Freundes. Auch ist es wichtig zu wissen, dass Schäden durch größere Tiere, wie Hunde oder Pferde, aus der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen sind. Es gibt dafür eine separate Tierhaftpflichtversicherung.

Weitere Leistungen von privaten Haftpflichtversicherungen

Eine Leistung der privaten Haftpflichtversicherung ist die Abwehr gegen unberechtigte Ansprüche. Dieser sogenannte passive Rechtsschutz tritt ein, wenn der Versicherte zu Unrecht für einen Schaden verantwortlich gemacht wird. Die Versicherung wehrt die unbegründeten Forderungen ab und übernimmt Gerichts- und Anwaltskosten, wenn dies erforderlich sein sollte. Praktisch ist auch die Forderungsausfalldeckung. Sie tritt ein, wenn derjenige, der dem Versicherten einen Schaden zugefügt hat, nicht zahlen kann. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt dann die Kosten, die für den Versicherten verursacht wurden. Generell sollte man seine private Haftpflichtversicherung auf den aktuellen Stand überprüfen und wissen, welche Schäden mitversichert sind. Besonders in älteren Versicherungsverträgen fehlen oft relevante Leistungen wie beispielsweise Fahrlässigkeit.
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